Physiotherapie

Atemtherapie

Die Atemtherapie ist eine Behandlungsmethode, die zur Verbesserung der Lungenfunktion dient. Sie wird z.B. bei Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, Bronchitis, Mukoviszidose), Wirbelsäulenerkrankungen (Skoliosen, Morbus Bechterew ) und vor bzw. nach Operationen zur Vorbeugung von Lungenentzündungen angewendet. Die Lockerung von Haut, Bindegewebe und Rumpfmuskulatur verbessert das Lösen und den Transport von Sekret.

Durch das Vermitteln von Atemübungen wird die Sauerstoffaufnahme in der Lunge gefördert. Das Ziel der Atemübungen ist die Verbesserung der Hustentechnik, der Sekretverminderung und die Erhaltung der Brustkorb- und Zwerchfellbeweglichkeit. Die Atemmuskulatur wird mit einfachen Atemübungen (lachen, singen; gähnen) und dem ausatmen gegen einen Widerstand trainiert.

Hustentechniken, Dehnlagerungen und Selbsthilfetechniken (dosierte Lippenbremse) ergänzen das Eigenübungsprogramm für den Patienten.

 

Bobath für Kinder

Das Bobath-Konzept wird bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit angeborenen oder erworbenen Bewegungsstörungen angewandt. Das Konzept basiert auf dem Verständnis für die Entwicklungsphysiologie und Neurophysiologie. Es stellt das erfolgreichste und weltweit anerkannte Behandlungskonzept für Menschen mit Bewegungsstörungen infolge einer neurologischen Erkrankung oder sensomotorischen Störung dar.

Das Bobath-Konzept strebt einen Lernprozess des Patienten an, um ihm die Kontrolle über den Muskeltonus und die verlorenen Bewegungsfunktionen zu geben. Schwerpunkte der Therapie sind Lagerung, Mobilisation und Handling.

 

Kinesio-Taping

Die ursprüngliche Taping-Methode beruht auf den Prinzipien der Kinesiologie. Bei Behandlung von Muskelbeschwerden gibt es zwei mögliche Kleberichtungen für die Tape-Anlage. Bei akut überbelasteten Muskeln wird zur Detonisierung vom Muskelansatz zum Ursprung geklebt. Bei schwachen Muskeln wird zur Tonisierung vom Muskelursprung zum Ansatz geklebt.

Das Ziel von Kineseotaping ist:

– positive Veränderung der Muskelaktivität, Muskelspannung (Tonusregulation), Muskelfunktion
– Unterstützung der Gelenkfunktion
– Schmerzreduktion
– Entlastung des Gewebes nach Schädigung (z.B. Reduktion von Entzündungsreaktionen, Verbesserung der Flüssigkeitszirkulation)

 

Klassische-Massage-Therapie

Die klassische Massage wird als KMT (klassische Massagetherapie) ärztlich verordnet. Mit verschiedenen Grifftechniken wie kneten, streichen, vibrieren etc. werden bei der klassischen Massage die Muskulatur und die oberflächlichen Gewebeschichten behandelt.

Die wichtigsten Wirkungsweisen:

– Steigerung der Durchblutung
– Entspannung der Muskulatur
– Lösen von Verklebungen und Narben
– Schmerzlinderung
– Entschlackung des Gewebes
– Einwirken auf innere Organe über Reflexbögen
– Psychische Entspannung
– Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe
– Entspannung von Haut und Bindegewebe
– Schmerzhemmung

Sonderform:

– Sportmassage: Bei Sportlern ist die Massage eine sinnvolle Vor- und/oder Nachbereitung vor oder nach sportlichen Aktivitäten.

 

Krankengymnastik / Physiotherapie

Die Krankengymnastik/Physiotherapie ist eine Form des spezifischen Trainings und der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln (z.B. Kinesiotape), mit der vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Die Behandlung orientiert sich dabei an den Beschwerden und der Funktions-,Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkung des Patienten, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung (Eingangsbefund) festgestellt wird. Der Therapeut nutzt dabei seine diagnostische, pädagogische und manuelle Kompetenz. Die Therapie kann durch natürliche physikalische Reize (z.B. Wärme, Kälte, Druck, Zug, Strahlung und spezielle physiotherapeutischen Techniken) ergänzt werden und soll ein verbessertes Verständnis für die Funktionsweise des Organismus schulen.

Das Ziel ist die Wiederherstellung , Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und häufig die Schmerzfreiheit bzw. –reduktion.

 

 Krankengymnastik am Gerät (KGG)

Bei der KGG wird ein Trainingsplan individuell für jeden Patienten, unter Berücksichtigung der jeweiligen Funktionsstörungen und beschwerden, erstellt. Der Patient trainiert dann selbstständig an den ausgesuchten Geräten oder führt Mattenübungen, die der Therapeut vorher erklärt hat, aus.

Die KGG wird unter anderem bei Muskeldysbalancen/-insuffizienz, -verkürzungen durchgeführt oder bei unspezifischen schmerzhaften Bewegungsstörungen oder als postoperatives Aufbautraining.

 

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage wird bei Gewebeschwellungen/Ödemen zur Anregung der Lymphgefäße und somit zur Verbesserung des Lymphabflusses und Entlastung des Gewebes eingesetzt. Anschließend erfolgen Hautpflege, Kompressionstherapie und Entlastunggymnastik.

Manuelle Lymphdrainage wird z.B. nach Brustkrebsoperationen, nach Arthroskopien (z.B. Knie/Schulter) bei chronisch venöser Insuffizienz, bei rheumatischen Erkrankungen und beim Lipödem eingesetzt.

 

Manuelle Therapie ( und MT bei CMD)

Die manuelle Therapie befasst sich mit der Behandlung von Gelenkblockierungen und Funktionsstörungen des Körpers. Durch gezielte Techniken soll neben der Schmerzlinderung, auch das Bewegungsausmaß von Gelenken und Funktionsstörungen von Muskeln und Nerven verbessert bzw. wiederhergestellt werden. Durch Traktion können Schmerzen in den Gelenken gelindert werden. Ebenso werden Gelenkkapsel und Bänder entlastet. Durch bestimmte Gleittechniken kann das eingeschränkte Bewegungsausmaß in den Gelenken wieder behoben werden.

Behandlung der Crandiomandibulären Dysfunktion (CMD)

Als CMD bezeichnet man die Funktionsstörung des Kiefers. Hierbei treten Schmerzen sowohl in der Kiefermuskulatur als auch in den Kiefergelenken auf. Die CMD geht oft mit Schmerzen in der Halswirbelsäule (HWS) einher. Nicht selten bestehen schon Diagnosen im Bereich der HWS.

Die Behandlung der CMD erfolgt mit speziellen Techniken aus der Manuellen Therapie. Durch Mobilisation des Kiefers und Lockerung der betroffenen Muskulatur wird die Dysfunktion verbessert oder sogar ganz behoben.

Fragen sie Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden….

 

Prothesentraining

Beim Prothesentraining lernt der Patient den sicheren Umgang mit seiner Prothese im Alltag sowie die richtige Stumpfpflege/-Abhärtung. Dazu gehören auch Kraft, Ausdauer, Gleichgewichtstraining und die Gangschule.

Bei Schwellungen und Schmerzen des Stumpfes wird die Therapie durch weitere physiotherapeutische Techniken ergänzt.

 

 Schröpftherapie

Die Schröpftherapie gehört zu den Naturheilmethoden bei der die körpereigenen Regenerations- und Selbstheilungskräfte angeregt werden. Die Durchblutung wird gesteigert, Schlackestoffe werden abgebaut, Verspannungen gelöst, der Stoffwechsel reguliert und Schmerzen gelindert.

Die Schröpftherapie ist eine sinnvolle Ergänzung zu weiteren medizinischen Behandlungen.

 

 Triggerpunktbehandlung

Die Triggerpunkttherapie hat als Ziel die Beseitigung sogenannter „myofaszialer Triggerpunkte“. Diese sind lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen ausstrahlende Schmerzen ausgehen können. Rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome sollen auf derartige Muskulaturverhärtungen zurückzuführen sein. Die betroffene Muskulatur wird durch diese Muskulatur detonisiert.

Die Behandlung von Triggerpunkten sollte von speziell geschulten Fachleuten, wie Ärzten, Chiropraktoren, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten oder Masseuren durchgeführt werden. Ein solcher Trigger-Therapeut ist darin geschult, mit einem Befund (bestehend aus Anamnese, Inspektion und Dehntests) die entsprechenden Triggerpunkte einzugrenzen und im Rahmen der anschließenden Behandlung systematisch und effektiv zu reduzieren.

 

Wärmetherapie/ Kältetherapie

Bei der Wärmetherapie handelt es sich um eine Form der Thermotherapie.  Wärme verschiedenen Ursprungs wird hier zur Behandlung von Schmerzen und nicht entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Mithilfe unterschiedlicher Wärmeträgern (heiße Rolle, Fango, Wärmelampe, Wärmepackung) möchte man den heilenden Effekt von Wärme therapeutisch nutzen.

Die wichtigsten Wirkungsweisen:

– Entspannung der Muskulatur
– Anregung des Stoffwechsels
– Erhöhter Sauerstofftransport
– Steigerung der Immunabwehr

Die Wärmetherapie wird meist als Zusatz mit einer Physiotherapie Verordnung in den Bereichen: Manuelle Therapie bzw. Krankengymnastik oder Massage durchgeführt.

  • Rotlichtlampe:

Hierbei wird die zu behandelnde Körperregion mittels einer Wärmelampe bestrahlt und somit erwärmt.

  • Wärmepackungen:

Der Wärmeträger wird im Wasserbad auf ca. 55 – 65 °C erwärmt und auf die zu behandelnde Körperregion gelegt.  Die Wärmeträger sind mit einem Schaumstoffwärmespeicher aus Paraffin gefüllt, welche ein optimales Anmodellieren sowie Wärmeübertragung gewährleisten.

  • Fango:

Hierbei wir zusätzlich zur Wärmepackung eine Einmal-Moorpackung direkt auf die zu behandelnde Körperregion gelegt. Anschließend wird der Wärmeträger direkt auf die Moorpackung gelegt.

Fango ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs.

  • Heiße Rolle:

Die Heiße Rolle kombiniert den Effekt der Wärme mit dem der Massage und kann sehr gut lokal eingesetzt werden. Der Therapeut rollt hierfür zwei bis drei kleine Handtücher zu einer Rolle zusammen und tränkt diese mit heißem Wasser.  Anschließend wird mit kurzen kräftigen Druckbewegungen die zu behandelnde Stelle massiert.

 

Kältetherapie

Sie wird auch als Kryotherapie bezeichnet und kommt hauptsächlich in der Traumatologie und in der Rheumatologie zum Einsatz. Ziel des Verfahrens ist ein Wärmeentzug des zu Behandelnden Gewebes, welcher regenerative Prozesse in Gang setzt.

Die wichtigsten Wirkungsweisen:

– Blutgefäße – Vasokonstriktion (Gefäßverengung)
– Zellstoffwechsel – Herabsetzung des Stoffwechsels
– Herabsetzung der Durchlässigkeit kleinster Blutgefäße (dadurch werden vor allem Ödeme verringert)
– Gewebeentzündungen – Abschwächung von Entzündungsprozessen
– Nervenleitgeschwindigkeit – Verminderung der Nervenleitgeschwindigkeit
– Muskeltonus – kurzfristige Erhöhung und langfristige Verminderung des Muskeltonus
– Muskelkontraktilität – Herabsetzung der Muskelkontraktilität
– Viskosität der Synovialflüssigkeit („Gelenkschmiere“) – Erhöhung der Viskosität der „Gelenkschmiere“

Mögliche Varianten der Kältetherapie:

– Kühlpacks
– Eislolly